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© Westfälische Rundschau - Freitag den 01.02.1991

 
 

Mit Lampenfassungen auf Erfolgskurs Firma Vollmann muß größer werden: Neubau gleich über die Straße geplant

Grundstücksrangelei mit der Stadt scheint gütlich ausgestanden

Gevelsberg. (GP) Die auf beiden Seiten seit Ende 1988 grummelnden "Bauchschmerzen" scheinen kuriert: in nichtöffentlicher Sitzung sprachen sich die Mitglieder des Ausschusses für Beschäftigungs- und Wirtschaftsförderung Mittwoch abend im Rathaus einmütig dafür aus, Hauptausschuß und Rat den Verkauf von rund 7.000 Quadratmetern städtischen Gewerbegrundes an die Firma Vollmann zu empfehlen. Im Gewerbepark In den Weiden, Rosendahler- und Gewerbestraße will der Hersteller von Edison-Fassungen seinen Betrieb erweitern; möglichst so rasch, daß der neue Baukörper Ende des Jahres bezogen werden kann.

Produktionsabläufe und -verfahren erläuterte Juniorchef Axel Vollmann (Mitte) den Mitgliedern des städtischen Ausschusses für Beschäfitigungs- und Wirtschaftsförderung bei ihrem Firmenrundgang. (Foto: Sauerborn) © Rundschau

Die Otto Vollmann GmbH und Co. KG platzt an ihrem Hauptsitz Rosendahler Straße 98 aus allen Nähten. Seit Ende '88 laufen deshalb Planungs- und Grundstücksverhandlungen mit der Stadt. Wobei eine familieneigene Tennishalle gleich neben dem Produktionsbetrieb ebenso Bauchschmerzen auslöste (aus Politikerkreisen wurde gefordert, zunächst einmal diese der Produktionsfläche zuzuschlagen) wie der Fakt, daß eine private Vollmann-Zahnarztpraxis im Zuge des Fabrikneubaus ebenfalls von wirtschaftsfördernd heruntersubventionierten Grundstückspreisen profitiert. Stimmt der Rat des neuesten Firmen-Planung zu, so entsteht längs der Rosendahler Straße ein das Straßenniveau elf Meter überragendes (und vier Meter abgegrabenes) Schmalganglager von 715 Quadratmetern, eine Produktionshalle von 1.750 qm und ein Versandlager von 425 qm. In den hellen, von Grün gesäumten Baukörper aus Gasbeton sind die Arztpraxis und eine Wohnung integriert.

Ein neues Vollmann-Produktionsverfahren ist inzwisch patentiert.

Seine zweite Sitzung nutzte der junge Wirtschaftsförderungsausschuß zuvor zu einer Betriebsbesichtigung der Firma Vollmann. Juniorchef Axel Vollmann gab bereitwillig Auskunft und versuchte beim anschließenden Betriebsrundgang durchs "Chaos vor Ort" (Vollmann) die Politiker von der dringenden Notwendigkeit einer Firmenerweiterung zu überzeugen.

Nach einem Großbrand Anfang 1984 mußte der (unterversicherte) Hersteller von Lampenfassungen sich neu firmieren, voll auf Wachstum setzen. Das gelang so gut, daß der '85 bezogene, um 50 Prozent größere Neubau schnell wieder ausgelastet war. Das lag zum einen am allgemeinen Boom und guten Aufträgen aus dem Ausland (55 Prozent gehen in den Export, davon wieder 75 Prozent auf den europäischen Markt, weitere Kunden sitzen in Nah- und Fernost sowie in Australien), zum anderen an einem neuentwickelten Produktionsverfahren. Vor allem Halogenfassungen mit integriertem Reflektor bietet Vollmann quasi konkurrenzlos an, hat sie patentieren lassen und hofft hierfür auf einen 20prozentigen Landeszuschuß zu Maschineninvestitionen und Personalentwicklungskosten.

Mit 82 Mitarbeitern werden derzeit auf fünf Etagen rund 1.500 verschiedene Artikel gefertigt und vertrieben (1985 waren es noch 64 Leute, für 1995 rechnet man mit etwa 105). 45 Heimarbeiter tragen mit dazu bei, daß täglich 150.000 Fassungen hergestellt werden: immer weniger aus Porzellan und Bakelit (Duroplast), immer mehr aus hochhitzebeständigem Thermoplast. Der Vollmann-Umsatz hat sich seit '85 etwa verdoppelt auf im letzten Jahr 14 Mio. DM.

Endmontage, Qualitätskontrolle und Lager sollen ausgelagert werden in den Neubau. Das bedeutet Warentransport über die Straße In den Weiden. Axel Vollmann hält das für unproblematisch: Rund 15 Europaletten, also nur eine große Lkw-Fuhre, fallen täglich an.

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