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© EFA Newsletter 03.2004

 
 

®PIUS-Check Beispiel

Otto Vollmann GmbH & Co. KG in Gevelsberg
Kühlwasseroptimierung mit Spareffekt.

Die mittelständische Unternehmensgruppe Otto Vollmann GmbH & Co. KG produziert an drei Standorten in Deutschland hochwertige Komponenten und Baugruppen. Im Rahmen eines PIUS-Checks am Standort Gevelsberg verbesserte das Unternehmen die Kühlung seiner Zinkbäder und die Nutzung des Kühlwassers.

Das Unternehmen produziert hauptsächlich für die Automobilzulieferindustrie, die Leuchtenindustrie sowie die Telekommunikationsindustrie. Die eingesetzten Basistechnologien – Kunststoffspritzguss und Metallumformung – werden ergänzt durch eine Vielfalt von komplementären Dienstleistungen wie zum Beispiel Werkzeug- und Sondermaschinenbau.

Die Betriebsgalvanik wird zur Verzinkung, Färbung und zum Glanzbeizen genutzt. Für diese Prozesse wird Kühlwasser benötigt, da sich die sauren Zink-Bäder beim elektrolytischen Verzinken erwärmen. Um eine optimale Betriebstemperatur der Bäder sicher zu stellen, wird eine Durchlaufkühlung genutzt. Das dabei verbrauchte Kühlwasser wird für die nachgeschaltete Spülkaskade verwendet, in der die verzinkten Werkstücke gesäubert werden. Bisher war die durchfließende Wassermenge nach dem maximalen Kühlbedarf der Zinkbäder ausgelegt. Otto Vollmann verbrauchte dadurch circa 2.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr.

Im PIUS-Check wurde festgestellt, dass der maximale Kühlbedarf nur bei einer geringen Anzahl von Betriebsstunden benötig wird. Jetzt wird das Kühlsystem gemäß des Spülwasserbedarfs ausgelegt. Die geringere Wassermenge gewährleistet bis auf wenige Betriebsstunden im Jahr eine ausreichende Kühlleistung. Das Unternehmen reduzierte seinen Wasserverbrauch durch diese Maßnahme um 1.500 Kubikmeter und benötigt heute nur noch ca. 500 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Besteht höherer Kühlbedarf, wird temperaturgeregelt die Durchflusskühlung durch eine vorhandene Kälteanlage unterstützt. Die Kälteanlage befindet sich in der unmittelbaren Nähe der Galvanik. Otto Vollmann investierte 1.000 Euro in den Umbau und spart pro Kubikmeter Wasser ca. 3,50 Euro.

Zusätzlich betreibt das Unternehmen jetzt seine Fließspüle nach dem Färbebad mit dem bereits genutzten Spülwasser der Passivierung, so werden rund 1.200 Kubikmeter Wasser pro Jahr eingespart.

Auch werden die Trommeln mit den zu verzinkenden Werkstücken nach der Dekapierung, einer sauren Vorbehandlung, in der Standspüle des Zinkbades vorgetaucht. Die Technik des sogenannten „Vortauchens“ basiert darauf, dass die Standspüle zunächst vor dem Prozessbad von den Werkstücken „angefahren“ wird. Durch das Eintauchen der Ware vor dem Prozess in die Spüle wird in etwa dieselbe Elektrolytmenge in das elektrolytische Prozessbad eingeschleppt, wie aus der Vortauch-Standspüle in die nachfolgenden Spülen ausgeschleppt wird. Das System führt somit zu einer ca. 50-prozentigen Rückführung des ausgeschleppten Elektrolyten.

Weitere Potenziale bestehen in der Verbesserung der Wannenpositionen. Auch wird die Anlagenerweiterung um Zink- und Eisenbäder sowie ein neues Abwasserkonzept für die Abwasserbehandlung geprüft.

Ingesamt zeigen die in Folge des PIUS-Checks umgesetzten Maßnahmen, dass auch bei einer vergleichsweise geringen Investition von 1.000 Euro hohe Einsparungen von 2.700 Kubikmetern Wasser möglich sind. Eine bedeutsame Effizienz-Steigerung muss somit nicht mit hohen Investitionen einhergehen.

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© Otto Vollmann GmbH & Co. KG