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© IHK Presseinformation 11.03.2005

 
 

Wachstum durch Export muss Selbstläufer werden

BDI-Präsident Thumann beim SIHK-Exportforum

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v. li.): Ernst Schulte, Hans-Otto Franz, BDIPräsident Jürgen R. Thumann, SIHK-Präsident Harald Korte und Axel Vollmann. © IHK

Einen Tag vor dem sogenannten Jobgipfel am 17. März in Berlin hatten die Teilnehmer des dritten SIHK-Exportforums die Gelegenheit, Forderungen der Wirtschaft aus erster Hand zu erfahren. Der neue Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen R. Thumann, verlangte mehr Mut zu wachstums- und beschäftigungsorientierter Politik, sowohl von der Bundesregierung, als auch von der Opposition. „Es muss dabei ein Signal für mehr Investitionen in Deutschland geben. Nur dadurch werden neue Arbeitsplätze geschaffen,“ sagte Thumann vor über 200 Unternehmern und Führungskräften aus dem Märkischen Südwestfalen.

„Zielmarken sind die Senkung der Unternehmenssteuern auf einbehaltene Gewinne für Kapital- und Personengesellschaften auf 25 Prozent inklusive Gewerbesteuer, die Abschmelzung der Erbschaftssteuer, die Senkung der Lohnnebenkosten auf unter 40 Prozent, die Einrichtung flexibler Bündnisse auf betrieblicher Ebene sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung“, betonte Thumann. Denn ein Standortwettbewerb ist auch ein Innovationswettbewerb.

Reformen weiter vorantreiben
„Außer in Westeuropa und insbesondere Deutschland erlebt die Welt einen Wirtschaftsboom wie seit 30 Jahren nicht mehr“, sagte SIHK-Präsident Harald Korte. Über 200 interessierte Besucher verfolgten gespannt die Veranstaltung. In diesem dynamischen weltwirtschaftlichen Umfeld engagierten sich laut aktueller Umfragen von DIHK und SIHK die Unternehmen angesichts des schwachen Wachstums des deutschen Marktes verstärkt im Auslandsvertrieb und der Markterschließung. Die Auslandsinvestitionen erlebten dank des Exportbooms 2004 ein Rekordhoch.

IHKs und AHKs sind erste Ansprechpartner
Die Industrie- und Handelskammern sind in diesem Zusammenhang erster Ansprechpartner, wenn es um die Erschließung neuer Auslandsmärkte geht. „Für die deutsche Reformdebatte heißt das: Wir dürfen nicht nachlassen in der Modernisierung unseres Landes, um uns wieder international wettbewerbsfähig zu machen. Denn die Welt um uns herum dreht sich weiter und nimmt keine Rücksicht auf deutsche Wahltermine“, so Korte. Ohne wirtschaftliches Wachstum geht gar nichts. Und dieses kommt immer mehr durch den Export zustande.

„Der Export sorgt mittlerweile für fast 40 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts und ist für etwa neun Millionen Arbeitsplätze in Deutschland, also knapp ein Viertel, verantwortlich“, so Thumann. Die DAX-30 Unternehmen machen heute nur noch ein Viertel ihres Umsatzes im Inland. Bei Unternehmen bis zu einer Millionen Euro Umsatz ist jedes Fünfte aktiv im Exportgeschäft. Dabei machen deutsche Unternehmen über ihre Auslandstöchter mehr als doppelt so viel Umsatz wie über Exporte aus Deutschland. In den USA liegt dieses Verhältnis sogar bei sechs zu eins.

Der Export bildet jedoch nur die Vorhut bei der Markterschließung. Um den Markt richtig durchdringen zu können, spielt die Wertschöpfung vor Ort über Vertriebsgesellschaften oder Produktionsstandorte eine immer wichtigere Rolle.

Bei der Podiumsdiskussion wurden Visionen und Trends im Exportgeschäft sowie auf den Hauptabsatzmärkten der Welt diskutiert. Die Heitkamp & Thumann KG von BDI-Präsident Jürgen R. Thumann in Düsseldorf ist mit 26 Gesellschaften und 16 Standorten besonders international aufgestellt. Etwa 40 Prozent des Umsatzes wird bereits in den USA erwirtschaftet, 27 Prozent in Europa ohne Deutschland. „Strategisch haben wir uns mit einer komplementären Wertschöpfung auf einen kleinen Markt mit einer kleinen Produktgruppe konzentriert. In diesen Nischen können wir aber auch nur den Preis und die Standards von Produkten und Prozessen bestimmen, weil wir vor Ort vertreten sind. Volksbank Musterstadt eG Jetzt kann ich mit meiner neuen Kollektion richtig loslegen. Gut, dass ich rechtzeitig mit meiner Bank über die Finanzierung gesprochen habe. Partner des Mittelstands – Der Mittelstand ist der wichtigste Impulsgeber für Wirtschaftswachstum und Innovation und wir fördern ihn seit unserer Gründung. Das Ergebnis: eine gewachsene, enge Partnerschaft, in der wir Ziele gemeinsam erreichen. Das ist Handeln nach dem «Wir machen den Weg frei » Prinzip. www.vr-nrw.de Volksbank Wir arbeiten im FinanzVerbund mit der WGZ -Bank Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank eG, Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, DG HYP Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank AG, DIFA Deutsche Immobilien Fonds AG, Münchener Hypothekenbank eG, R+V Versicherung AG, Union-Investment-Gruppe, VR-Leasing AG, WL-BANK WESTFÄLISCHE LANDSCHAFT Bodenkreditbank AG. Unsere Firmensprache ist zudem seit langem Englisch, so dass wir nie Probleme bei der Kommunikation mit unseren Töchtern im Ausland hatten“, sagte Thumann.

Asiatischer Markt wird immer wichtiger
Mit über 500 Mitarbeitern, einem weltweiten Vertreternetz und einer Exportquote von etwa 50 Prozent produziere man weiterhin an vier Standorten nur in Deutschland, erklärte SIHK-Vizepräsident Axel Vollmann, geschäftsführender Gesellschafter der Otto Vollmann GmbH in Gevelsberg. In China ist man seit zehn Jahren durch einen Partner präsent. Gerade der asiatische Markt wird immer wichtiger. Jedoch leidet die Innovation und Flexibiltät in Deutschland, wenn zu große Anteile im Ausland gefertigt würden.

Für Hans-Otto Franz, geschäftsführender Gesellschafter der größten deutschen Schmierfettfabrik, der Carl Bechem GmbH in Hagen, sind persönliche Beziehungen, gutes Personal und die Kenntnis interkultureller Besonderheiten das A und O im Außenhandel. Wir bauen zur Zeit eine 100-prozentige Tochtergesellschaft in Shenyang/China auf. Daneben produzieren wir in Frankreich, Indien, Russland, Südafrika und den USA. Zukunftsmärkte liegen für uns in Osteuropa und den GUS-Staaten, Südamerika und China“, so Franz.

Nur als Produzent Einfluss auf Normen
„Nur als Produzenten können wir beispielsweise auf die Normen eines Landes Einfluss nehmen und neue Märkte nur erschließen, wenn wir vor Ort sind“, so Ernst Schulte, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens ECO Schulte GmbH, Produzent von Schloss- und Verriegelungstechnik in Menden. „Wir haben eigene Auslandsgesellschaften in Polen, Russland und China. In der Freihandelszone Zhuhai produzieren wir seit 2003 mit mittlerweile 60 Mitarbeitern Türbeschläge und koordinieren von dort sämtliche Vertriebsaktivitäten im asiatischen Raum.“

SIHK-Präsident Harald Korte sieht eine der wichtigsten Kammeraufgaben darin, Unternehmen in ihrer Internationalisierungsstrategie zu unterstützen. Daher bietet die SIHK mit dem einmal jährlich stattfindenden Exportforum eine Diskussionsplattform und einen Erfahrungsaustausch für Entscheidungsträger aus den Unternehmen an.

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