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Otto Vollmann: Heute ein wichtiger Automobilzulieferer
Familienbetrieb wurde mit dem Leuchtengeschäft
zur internationalen Firma
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Die Fertigung von Lampenfassungen ist das
ursprüngliche Geschäft der Firma Otto Vollmann. Mittlerweile
engagiert sich das Unternehmen auch in anderen Märkten - etwa
im Bereich Automobilzubehör (© Bild: Speckenwirth)
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Von Désirée Linde
Die Otto Vollmann GmbH & Co. KG bekennt sich zum
Standort Gevelsberg. Gestern wie heute. Der Familienbetrieb mit
Hauptsitz an der Rosendahler Straße hat sich in den letzten Jahren
zu einem modernen, international tätigen Fertigungsbetrieb entwickelt.
Ein Abwandern in Billiglohnländer steht für die heimische Firma
nicht zur Debatte.
Gerade deshalb befindet sich das Unternehmen in
stetem Wandel. Längst ist es nicht mehr nur der Fassungshersteller,
der - wie zu den Anfängen 1911 - Leuchtenfassungen etwa für Edison
und Bajonett herstellt. Oder auch später, als die zweite Generation,
ebenfalls ein Otto Vollmann, nach dem Krieg noch mit der Handkarre
die Materialien am Bahnhof abholte.
Bereits 1938 hatte sich das Gründerpaar getrennt.
Adolf Vollmann spezialisierte sich in der Hammerstraße auf Metallarbeiten.
Otto Vollmann blieb in der Elektrosparte und stellte weiter Lampenfassungen
aus Metall und Keramik her. "Die meisten kennen uns auch heute nur
durch die Leuchtenindustrie", vermutet Prokurist Thomas Erdelt.
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Vollmann verfügt über einen modernen Maschinenpark:
Hier ein Fertigungsroboter für Türfeststeller und Ähnliches
(© Bild: Speckenwirth)
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Bis vor zehn Jahren hätte das sogar noch gestimmt:
"Nach dem zweiten Weltkrieg ist Otto Vollmann da nämlich richtig
durchgestartet", weiß Thomas Erdelt. 1984 dann der Rückschlag: Der
komplette vordere Gebäudeteil der Firmenräume in der Rosendahler
Straße brannte aus. Doch Dank der Hilfe der Belegschaft, die beim
Wiederaufbau mithalf, kam das Unternehmen schnell wieder auf die
Beine. Seitdem leitet mit Axel Vollmann bereits die dritte Generation
den Betrieb. Das Geschäft läuft besser denn je: Für Produkte wie
den Steckkontakt für Niedervolt wurden Patente angemeldet.
Nach dem Wegbruch fast der gesamten Wohnraumleuchtenindustrie
im Sauerland mussten neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Hier
hatte die Geschäftsführung bereits vorgesorgt: Bereits 1994 war
in Scheibenberg (Erzgebirge) ein weiterer Standort errichtet worden.
Dort lag der Schwerpunkt auf der Herstellung von Stanzteilen. So
stieg das Unternehmen in die Automobilzulieferindustrie ein, die
heute über 50 Prozent der gesamten Produktion ausmacht. "Otto Vollmann
hatte sich seiner Zeit kaum vorstellen können, dass sein Unternehmen
eine solche Entwicklung vollziehen würde", weiß Erdelt.
Dennoch ist der Druck, in Billiglohnländer abzuwandern,
heute präsenter denn je. Vollmanns Strategie: Lösungen aus einer
Hand anzubieten. So wurde 1998 eine weitere Produktionsstätte in
Welzow (Niederlausitz) aufgebaut. Hinzu kommen Firmen-Beteiligungen.
"Es wird geguckt, welcher Schwerpunkt zu welchem
Standort passt", erklärt Erdelt. "Die Arbeitsplätze an allen drei
Standorten sichern sich gegenseitig." In der Praxis heißt das: In
Gevelsberg wird Kunststoff gepresst und gespritzt, in Scheibenberg
Metallteile gestanzt und in Welzow alles montiert.
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Axel Vollmann und Thomas Erdelt (v.l.)
mit einem Türfeststeller des neuen 5er BMW vor dem historischen
Gebäude (© Bild: Speckenwirth) |
Durch die hohe Automatisierung kann der Lohnanteil
an einem Werkstück so gering gehalten werden, dass die internationale
Wettbewerbsfähigkeit nicht leidet.
Qualität bei den Mitarbeitern sorgt dabei für das
Fertigungs-Know-how. Hier liegt jedoch zunehmend das Problem: Obwohl
das Unternehmen fünf Auszubildende als Mechatroniker, Industriekaufmann
oder technischer Zeichner beschäftigt, wird es immer schwieriger,
an hochqualifizierte Bewerber für den technischen Bereich zu kommen.
Teile des Gevelsberger Unternehmens sind etwa in
Airbags zu finden oder in den Scharnieren einer Tür des neuen 5er-BMW.
Zu den namhaften Kunden zählen Sachs, Kiekert und Edscha. Hier sieht
das Unternehmen seine Zukunft. Neuerdings wird auch in die Telekommunikationsbranche
investiert. "Wären wir ausschließlich beim Leuchtengeschäft geblieben,
hätte man uns aufgekauft" ist sich Thomas Erdelt sicher.
Fakten zur Firma
Das Unternehmen Vollmann wurde 1911 von den Gebrüdern
Adolf und Otto Vollmann gegründet. Von 20 Angestellten in Gevelsberg
1911 ist die Vollmann-Group, wie sie heute heißt, auf insgesamt
285 Mitarbeiter angewachsen, verteilt auf den Hauptsitz Gevelsberg
(80), Scheibenberg (185) und Welzow (20). Der Jahresumsatz beläuft
sich auf 25 Millionen Euro plus 25 Millionen Euro in den Unternehmen,
an denen Beteiligungen gehalten werden. Hier gibt es weitere 230
Beschäftigte. Allein elf Millionen Euro werden in Gevelsberg erwirtschaftet.
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