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© Westfälische Rundschauf, Samstag 19. August 2006

 
 

SIHK: Steuern nicht erhöhen

Kammer fordert Arbeitgeber auf, die Arbeitsbedingungen für ältere Mitarbeiter, die bis 67 Jahre arbeiten, zu verbessern.

Beim Wirtschaftsgespräch in der Sparkasse drehte sich die Diskussion um Steuer, Lehrstellen und neue Arbeitsplätze
© Rundschau


Die geplante Gewerbesteuererhöhung stand bei dem von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen initiierten Wirtschaftsgespräch in den Räumen der Sparkasse im Mittelpunkt. Bürgermeister Dr. Klaus Walterscheid erklärte, dass mit dem Ziel des Haushaltsausgleichs im kommenden Jahr eine Erhöhung der Gewerbesteuer nicht auszuschließen sei.

 

"Nur ein Teil der Steuereinnahmen bleiben bei der Stadt"

Diese Aussage führte zu einer intensiven Diskussion "Fordern Sie uns Unternehmer in konkreten Projekten für die Stadt Sprockhövel, aber ersparen Sie uns eine unsinnige und belastende Steuererhöhung", forderte SIHK-Vizepräsident Axel Vollmann den Bürgermeister auf und wies darauf hin, dass nur ein Bruchteil der Steuereinnahmen bei der Stadt verblieben.

SIHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Rapp-Frick unterstrich, dass nach dem Exportboom auch die Binnenkonjunktur angesprungen sei. Die Betriebe investieren wieder. Zu den Risiken zählten steigende Energie- und Rohstoffpreise, die Mehrwertsteuererhöhung sowie mangelnde Entlastung durch die Unternehmenssteuerreform. Im Jahr 2007 werde das Wachstum deutlich sinken, so die Prognose Rapp-Fricks.

Zur Ausbildungssituation unterstrich Rapp-Frick, dass die Betriebe ihr Engagement aufrecht erhielten. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge liege leicht über der des Vorjahres. Trotzdem bleibe es für Jugendliche mit schwachem Schulabschluss schwierig, eine Lehrstelle zu bekommen. Rapp-Frick warb für enge Kontakte von Schulen zu Betrieben. Beim Stichwort "Demographische Veränderung" appellierte er an die Unternehmen, Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer zu verbessern, die künftig bis 67 arbeiten würden.

Um in wenigen Jahren nicht vor einem Fachkräftemangel zu stehen, gelte es, intensiv um gute Schulabgänger zu werben und diese als Mitarbeiter zu gewinnen, sagte der Geschäftsführer vor zahlreichen Sprockhöveler Unternehmern. Die Verbindung von Ausbildung und Studium, die die SIHK mit der Fachhochschule Südwestfalen entwickelt habe, biete eine ausgezeichnete Möglichkeit. Christoph Brünger, Leiter des SIHK-Geschäftsbereiches Standortpolitik/Innovation und Umwelt, stellte die Ergebnisse der Studie "Märkisches Südwestfalen - Zukunft mit Industrie" vor. Wie die Region sei auch Sprockhövel mit einem Anteil von 49 Prozent der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe nach wie vor industriegeprägt. Dabei habe sich diese Beschäftigung auch im Vergleich mit dem Kammergebiet relativ stabil gezeigt, befinde sich aktuell aber knapp unter dem Niveau von 1995.

"Betriebe sollten das Wissen von Hochschulen nutzen"

"Die Industrie wird auch in Zukunft die Entwicklung der Region bestimmen, allerdings im Verbund mit industrienahen Dienstleistungen", so Brünger. Sprockhövel müsse der Industrie Entwicklungsmöglichkeiten bieten, sich aber auch als Standort für Dienstleistungen zu profilieren. Hier stehe Sprockhövel in großer Konkurrenz. Empfahl die Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen sowie die Zusammenarbeit mit Nachbarstädten. Sprockhövel müsse der Industrie Entwicklungsmöglichkeiten bieten, sich aber auch als Standort für Dienstleistungen profilieren. Hier stehe Sprockhövel in großer Konkurrenz. Er empfahl die Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen sowie die Zusammenarbeit mit Nachbarstädten.

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