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Von Gerhard Schattat
Remscheid. "Erfolgreich sein und den Standort
sichern können wir auf Dauer nur mit hohem Know-how und weitgehender
Automatisierung", sagt Werkleiter Peter Gehre. Der Diplom-Wirtschaftsingenieur
ist bei der N.I.E.R. Stanz- und Umformtechnik GmbH & Co. KG im Remscheider
Industriepark Reinshagen an der Tannenstraße für die kaufmännischen
Belange des Automobilzulieferers zuständig. Zusammen mit dem technischen
Leiter Michael Kissing steuert er den Remscheider Produktionsstandort
mit über 38 Millionen Euro Umsatz und rund 200 Mitarbeitern, der
den Schwerpunkt auf die Stanztechnik legt und zu 90 Prozent Teile
für Autotürschlösser fertigt.
Fähige Mitarbeiter habe man hier durchaus gefunden,
berichtet Gehre. Und man sieht auch trotz hohen Preisdrucks Zukunft
für die Fertigung im Bergischen - obwohl es in der Automobilindustrie
einen starken Verlagerungsdruck nach Osteuropa gibt.
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VOLLMANN-GRUPPE
STANDORTE.
Die Vollmann-Gruppe, zu der N.I.E.R. gehört, hat insgesamt
sechs Standorte, darunter die Zentrale in Gevelsberg. Produziert
wird auch in Remscheid, Seebach (Thüringen), Hohenlockstedt
(Schleswig-Holstein), Welzow (Brandenburg) sowie Scheibenberg
(Sachsen).
ZAHLEN.
Die gesamte Unternehmens-Gruppe hat rund 640 Mitarbeiter und
setzt rund 90 Millionen Euro um.
FELDER.
Dabei geht es um Entwicklung und Produktion hochwertiger Komponenten
und Baugruppen für die Automobilzulieferindustrie und die
Leuchtenindustrie. Die wesentlichen Basistechnologien sind
Metallumformung und Kunststoffspritzguss.
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Das Werk saß ursprünglich unter dem Namen Taga in
Wuppertal, wurde dann von der übergeordneten Nier-Gruppe 2003 aus
Platzgründen nach Remscheid verlagert. Schließlich geriet die Nier-Gruppe
mit ihren Standorten in Insolvenz. Im November 2006 wiederum wurde
die Nier-Gruppe von der Gevelsberger Vollmann-Gruppe übernommen.
Der Mittelständler Vollmann, der ein starkes Standbein
bei Kunststoffkomponenten hat, konnte mit den Nier-Standorten (heute
aus rechtlichen Gründen in der Schreibweise N.I.E.R.) seine Möglichkeiten
in der Stanz- und Umformtechnik deutlich ausbauen. Die Gruppe ist
nun in der Lage, heute ganze Automobilschloss-Baugruppen für namhafte
Hersteller wie etwa Kiekert und Brose herzustellen.
Schlosskasten fällt aus der 630-Tonnen-Presse
"Wir stanzen hier auf hohem Niveau", sagt Peter Gehre. Das ermöglichen
Facharbeiter und Industriemeister, die man etwa neu einstellen konnte,
als Remscheider Industriebetriebe ihre Produktion abbauten oder
gar aufgaben - etwa bei Edscha. "Die Leute, die wir nach der Übernahme
durch die Vollmann-Gruppe von hier neu eingestellt haben, sind alle
gut eingeschlagen", berichtet Peter Gehre. Die Metallteile, die
hier entstehen, sollen möglichst in einem Durchgang gefertigt werden,
um den Personalaufwand gering zu halten. Der Coil, das Stahlband,
wird per Laster angeliefert, kommt in den Produktionsablauf und
fällt dann etwa als fertiger Schlosskasten aus der 630-Tonnen-Presse
- links für die linke und rechts für die rechte Tür.
Werkzeugbau sichert die Qualität
Für den reibungslosen Ablauf sorgt nicht zuletzt
der Remscheider Werkzeugbau, der die eigentlichen Stanzsegmente
wartet und erneuert. Die Qualität dessen Arbeit ist besonders wichtig,
um den Wettbewerbsvorteil des deutschen Standortes zu sichern.
In der Automobilindustrie wird permanent eingespart,
müssen die Kosten möglichst sinken, auch wenn die Rohstoffe teurer
werden. Die Region hat dabei einen weiteren Vorteil: die Nähe zu
den Herstellern hochwertiger Stähle im Ruhrgebiet wie ThyssenKrupp.
In Osteuropa etwa sei der Stahl billiger, aber die Qualität reiche
nicht für die Anforderungen der Kunden aus, unterstreicht Gehre.
Würde man in Osteuropa diese Teile stanzen, müsste der Qualitätsstahl
dennoch aus dem Ruhrgebiet angeliefert werden. Ein spürbarer Kostenfaktor,
denn natürlich wird nur ein Teil des Stahlbandes beim Stanzen verwertet.
Der Rest ist Verschnitt, der erst später wiederverwertet wird.
Aufträge bis ins Jahr 2009
N.I.E.R. in Remscheid produziert mit Hilfe moderner Computersysteme
"just in time" und hält möglichst alle Kosten klein. Bis 2009 ist
der Betrieb durch Aufträge abgesichert, neue sollen durch entsprechendes
Kostenmanagement hereingeholt werden. Weitere Automatisierung, so
Gehre, sichere Arbeitsplätze.
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